Traktionsalopezie: Haarausfall durch straffe Frisuren

Traktionsalopezie: Haarausfall durch straffe Frisuren
Azer Bozoglu, Gründerin von Azerum
Azer Bozoglu · Diplom-Chemieingenieurin, Gründerin von Azerum
August 2026 · 7 Min. Lesezeit

Ein strenger Dutt, der straffe Pferdeschwanz, enge Zöpfe oder Extensions – was gut aussieht, kann das Haar dauerhaft belasten. Wird immer wieder am selben Ansatz gezogen, kann eine Traktionsalopezie entstehen: Haarausfall durch mechanischen Zug. Die gute Nachricht: Früh erkannt ist sie meist umkehrbar. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und was hilft.

Kurz gesagt

  • Traktionsalopezie ist Haarausfall durch dauerhaften Zug am Haar – meist durch straffe Frisuren.
  • Sie zeigt sich typischerweise dort, wo gezogen wird: am Haaransatz, an den Schläfen, entlang des Scheitels.
  • Früh erkannt ist sie meist umkehrbar – bleibt der Zug über Jahre, kann der Haarverlust dauerhaft werden.
  • Das Wichtigste: den Zug rausnehmen. Lockere Frisuren und sanfte Haargummis machen den größten Unterschied.

Grundlage

Was ist Traktionsalopezie?

Traktionsalopezie (von lateinisch tractio = Ziehen) ist eine Form von Haarausfall, die durch anhaltenden mechanischen Zug am Haar entsteht. Wird das Haar über längere Zeit immer wieder in dieselbe Richtung gespannt, werden die Haarfollikel dauerhaft belastet. Das Risiko steigt mit der Stärke des Zugs und der Dauer – und zusätzlich, wenn das Haar chemisch behandelt (z. B. geglättet) ist. Anders als der erbliche oder diffuse Haarausfall hat die Traktionsalopezie also eine klar äußere, mechanische Ursache.

Erkennen

Woran du sie erkennst

  • Ausdünnung am Rand: vor allem am vorderen Haaransatz und an den Schläfen, also dort, wo am stärksten gezogen wird.
  • Der „Fransen-Rand": ein schmaler Saum kurzer, feiner Härchen bleibt oft direkt am Haaransatz stehen – ein typisches Zeichen.
  • Abgebrochene Härchen & kleine Pünktchen: im belasteten Bereich.
  • Frühe Warnzeichen: Spannungsgefühl, Rötung, Juckreiz oder kleine Pickelchen nach dem Frisieren.

Auslöser

Welche Frisuren & Gewohnheiten sie auslösen

Als besonders risikoreich gelten straffe Frisuren, die dauerhaft am Ansatz ziehen:

  • strenger Dutt und straffer, hoher Pferdeschwanz
  • enge Zöpfe, Cornrows und Dreadlocks
  • Extensions, Weaves und schwere Haarverlängerungen
  • straffe Haargummis, die immer an derselben Stelle sitzen
  • dauerhaft eng getragene Kopfbedeckungen

Nicht die Frisur an sich ist das Problem, sondern der dauerhafte, feste Zug. Wer abwechselt und locker trägt, senkt das Risiko deutlich.

Deine Haare dürfen sitzen, ohne zu ziehen. Locker ist auf Dauer schöner.

Praxis

Was hilft: den Zug rausnehmen

  • Lockerer tragen: Frisuren nicht straff spannen, den Sitz tiefer und lockerer wählen.
  • Auf echte Seide setzen: Ein Haargummi aus echter Seide gleitet, statt zu ziehen – das reduziert Zug und Reibung am Ansatz spürbar und hinterlässt keine Knickstellen. Der einfachste Wechsel mit der größten Wirkung.
  • Frisuren wechseln: nicht täglich dieselbe straffe Frisur – gib dem Ansatz Pausen.
  • Belastung reduzieren: schwere Extensions und häufiges chemisches Glätten meiden.
  • Kopfhaut pflegen: Eine konsequent gepflegte Kopfhaut – zum Beispiel täglich mit Azerum – ist die gesunde Basis, auf der kräftiges Haar nachwächst.
  • Früh handeln: Je eher du den Zug rausnimmst, desto besser die Chancen.

Aus der Praxis

Viele unserer Kund:innen kombinieren lockere Frisuren und einen Haargummi aus echter Seide mit der täglichen Kopfhautpflege durch Azerum – und empfinden ihre Kopfhaut als gepflegt und ihr Haar als kräftiger.

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Warnzeichen

Wann du zum Arzt solltest

Traktionsalopezie ist im Frühstadium meist umkehrbar – deshalb ist frühes Handeln entscheidend. Suche eine dermatologische Fachperson auf, wenn die kahlen Stellen trotz lockererer Frisuren bleiben oder größer werden, wenn Rötung, Schmerzen oder Pickelchen auftreten oder wenn der Ansatz schon länger sichtbar zurückweicht. Bleibt der Zug über Jahre bestehen, können die Follikel vernarben und der Haarverlust dauerhaft werden – umso wichtiger, rechtzeitig gegenzusteuern.

Häufige Fragen

Wachsen die Haare bei Traktionsalopezie wieder nach?

Im Frühstadium meist ja – wenn der Zug rechtzeitig reduziert wird. Besteht die Belastung über Jahre, können die Haarfollikel vernarben und der Verlust dauerhaft werden. Deshalb ist frühes Handeln so wichtig.

Helfen Seiden-Haargummis wirklich?

Ein Haargummi aus echter Seide gleitet und reduziert Zug und Reibung am Ansatz – im Gegensatz zu straffen Gummis, die immer an derselben Stelle ziehen. In Kombination mit lockereren Frisuren ist das ein einfacher, sinnvoller Schritt.

Muss ich meine Haare vor der Anwendung von Azerum waschen?

Nein. Azerum kannst du sowohl auf trockenes als auch auf handtuchtrockenes Haar auftragen – frisch gewaschen müssen die Haare dafür nicht sein. Azerum ist ein Leave-on und wird nicht ausgespült, sondern bleibt in der Kopfhaut. Möchtest du deine Haare waschen, nachdem du Azerum aufgetragen hast, lass es vorher mindestens 2 Stunden einwirken – sonst wird es beim Waschen wieder ausgespült.

Ist Traktionsalopezie dasselbe wie diffuser Haarausfall?

Nein. Traktionsalopezie entsteht lokal dort, wo gezogen wird (äußere, mechanische Ursache). Diffuser Haarausfall betrifft den ganzen Kopf gleichmäßig und hat innere Ursachen wie Stress, Nährstoffe oder Hormone.


Azer Bozoglu, Gründerin von Azerum
Über die Autorin
Azer Bozoglu
Ich bin Azer Bozoglu, Chemieingenieurin und Gründerin von Azerum. Alles begann, als meine Mutter unter Haarausfall litt. Ich wollte eine Lösung entwickeln – ohne die bekannten Nebenwirkungen gängiger Mittel. Meine Mission ist es, Männern und Frauen dabei zu helfen, ihr Selbstbewusstsein zurückzugewinnen.
Zuletzt geprüft: Juli 2026

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Quellen: Billero V, Miteva M, „Traction alopecia: the root of the problem", Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology 2018 (doi:10.2147/CCID.S137296); Haskin A, Aguh C, „All hairstyles are not created equal: What the dermatologist needs to know about black hairstyling practices and the risk of traction alopecia", Journal of the American Academy of Dermatology 2016 (doi:10.1016/j.jaad.2016.02.1162). — Azerum ist ein kosmetisches Kopfhaut-Serum, kein Arzneimittel. Es dient nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten. Bei anhaltendem Haarausfall wende dich bitte an eine ärztliche Fachperson.

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