Lexikon der Inhaltsstoffe von Azerum
DIE WIRKSTOFFE — ERKLÄRT VON UNSERER GRÜNDERIN
Wir glauben, dass jeder Inhaltsstoff erklärt gehört, weil wir möchten, dass du verstehst, was du auf deine Kopfhaut aufträgst.
Ein wichtiger Hinweis vorab: Die Wirkstoffe in unserem Serum stammen aus pflanzlichen oder peptidischen Quellen — sie sind jedoch keine Pflanzenextrakte. Sie werden isoliert, gereinigt oder gezielt synthetisiert und in definierter Konzentration eingesetzt.
Warum das wichtig ist: Ein Kamillentee enthält Apigenin in schwankenden, niedrigen Mengen. Ein Olivenblatt-Aufguss enthält Oleanolsäure in einer Konzentration, die für eine kosmetische Wirkung nicht ausreicht. Unsere Wirkstoffe liegen in standardisierter, hoher Reinheit vor — und nur das macht sie reproduzierbar wirksam.
HAIRY ROOTS EXTRAKT
(INCI: Ocimum Basilicum Hairy Root Culture Extract)
Was es ist: Ein Extrakt aus den sogenannten "Hairy Roots" — speziellen Wurzelkulturen der Basilikum-Pflanze (Ocimum basilicum), die in einem biotechnologischen Verfahren gezüchtet werden. Hairy Roots sind keine normalen Pflanzenwurzeln aus dem Boden, sondern Wurzelzellkulturen, die in sterilen Bioreaktoren unter kontrollierten Bedingungen wachsen. Diese Wurzeln produzieren bioaktive Pflanzenstoffe in deutlich höherer Konzentration, als es eine konventionell angebaute Pflanze tun würde.
Herkunft und Herstellung: Die Wurzelkulturen werden in Bioreaktoren in einem standardisierten Verfahren kultiviert — vergleichbar mit der Art und Weise, wie auch in der pharmazeutischen Biotechnologie Wirkstoffe produziert werden. Aus den geernteten Wurzelkulturen wird anschließend ein definierter Extrakt aufgearbeitet. Das Verfahren ist ressourcenschonend, da keine ganzen Pflanzen geerntet werden müssen, und es liefert eine reproduzierbare Konzentration bioaktiver Inhaltsstoffe — etwas, das ein klassisch angebauter Basilikum-Extrakt prinzipiell nicht leisten kann.
Worauf es in der Forschung untersucht wird: Basilikum-Hairy-Root-Extrakt wird in der dermatologischen Forschung im Zusammenhang mit der Aktivität der dermalen Papille untersucht — also jener Zellschicht an der Haarwurzel, die im natürlichen Haarwachstumszyklus eine regulierende Rolle übernimmt. Daneben werden die im Extrakt enthaltenen Pflanzenstoffe (Flavonoide, Phenolsäuren) auf ihre Rolle bei Oxidationsprozessen untersucht.
ERBSENSPROSSEN-EXTRAKT
(INCI: Pisum Sativum (Pea) Sprout Extract)
Was es ist: Ein wässriger Extrakt aus den Sprossen der Gartenerbse (Pisum sativum). Sprossen sind die ersten Wachstumsphasen junger Pflanzen — eine entwicklungsbiologisch besonders aktive Phase, in der die Pflanze ihre höchste Konzentration an Signalmolekülen und sekundären Pflanzenstoffen produziert. Aus genau dieser Wachstumsphase wird der Extrakt gewonnen.
Herkunft und Herstellung: Aus kontrolliert biologisch angebauten Erbsen, die in einem standardisierten Verfahren in Bioreaktoren ankeimen. Die Sprossen werden zu einem definierten Zeitpunkt im Wachstumszyklus geerntet und anschließend zu einem wässrigen, hochreinen Pflanzenextrakt aufgearbeitet — das macht den Wirkstoff reproduzierbar in einer Weise, die ein klassisch angebauter Pflanzenextrakt nicht erreichen kann.
Worauf es in der Forschung untersucht wird: Erbsensprossen-Extrakt wird in der dermatologischen Forschung im Zusammenhang mit der Aktivität der dermalen Papille untersucht — also jener Zellschicht an der Haarwurzel, die im natürlichen Haarwachstumszyklus eine zentrale regulierende Rolle übernimmt. Im Fokus stehen dabei Signalmoleküle, die in den verschiedenen Phasen des Haarzyklus aktiv sind.
Was in den Studien untersucht wurde: Der Wirkstoff wurde vom Hersteller in einer dreimonatigen, placebokontrollierten Anwendungsbeobachtung an 21 Probanden auf die Anagen-Telogen-Ratio untersucht — also auf das Verhältnis von Haarfollikeln in der aktiven Wachstumsphase zu Haarfollikeln in der Ruhephase.
APIGENIN
(INCI: Apigenin)
Was es ist: Ein Flavonoid aus der Stoffklasse der sekundären Pflanzenstoffe. Apigenin kommt natürlicherweise in mehreren Pflanzen vor — unter anderem in Kamille, Petersilie, Sellerie und Zitrusfrüchten.
Herkunft in unserem Komplex: In standardisierter Reinheit aus Pflanzen aufgearbeitet — der industriell etablierte Weg zu Apigenin in der Konzentration, die ein roher Pflanzenextrakt nicht liefern könnte.
Worauf es in der Forschung untersucht wird: Apigenin ist in der dermatologischen und phytochemischen Literatur seit Jahrzehnten beschrieben. Im Kontext der Kopfhaut wird es vor allem auf seine gefäßregulatorischen Eigenschaften untersucht — also auf seine Rolle in der lokalen Mikrozirkulation der Kopfhaut.
OLEANOLSÄURE
(INCI: Oleanolic Acid)
Was es ist: Eine Triterpensäure, die in verschiedenen Pflanzen vorkommt, besonders gut nachgewiesen in Olivenblättern (Olea europaea).
Herkunft in unserem Komplex: Aus Olivenblättern extrahiert und in mehreren Reinigungsschritten zu einer hochreinen, kristallinen Reinsubstanz aufgearbeitet — stabil, dermatologisch beurteilbar, in reproduzierbarer Konzentration einsetzbar.
Worauf es in der Forschung untersucht wird: Oleanolsäure wird in der Phytochemie und Kosmetikforschung in mehreren Zusammenhängen untersucht, unter anderem im Zusammenhang mit regulatorischen Prozessen der Kopfhaut.
BIOTINYL-TRIPEPTID-1
(INCI: Biotinoyl Tripeptide-1, auch bekannt als Biotinyl-GHK)
Was es ist: Ein Peptid aus der Klasse der Matrikine — einer Gruppe kurzer, körperähnlicher Peptidfragmente, die aus dem natürlichen Auf- und Abbau der extrazellulären Matrix entstehen und regulierende Funktionen in der Hautbiologie übernehmen. Konkret handelt es sich um das Tripeptid GHK (Glycin-Histidin-Lysin), verknüpft mit einem Biotin-Molekül (Vitamin B7).
Herstellung: Im Labor durch kontrollierte Peptid-Synthese hergestellt — dieselbe Methode wie in der biotechnologischen Forschung. Die Verknüpfung mit Biotin wurde gezielt entwickelt, um Stabilität und Affinität zu hautnahen Strukturen zu verbessern.
Worauf es in der Forschung untersucht wird: Peptide gehören zu den am intensivsten erforschten Wirkstoffklassen der modernen Kosmetik. Biotinyl-Tripeptid-1 wurde speziell für Anwendungen auf der Kopfhaut entwickelt und in entsprechenden Modellen auf seine Rolle bei der Haarverankerung in der Kopfhaut sowie bei der Strukturierung der Adhäsionsproteine des Haarfollikels untersucht.
DER KOMPLEX
Apigenin, Oleanolsäure und Biotinyl-Tripeptid-1 sind in unserem Serum als ein lizensierter, patentierter Komplex enthalten, der unter dem Markennamen Procapil® (Sederma, Teil der Croda-Gruppe) bekannt ist. Procapil® ist seit über zwei Jahrzehnten in der Kosmetikbranche im Einsatz und wurde vom Hersteller in mehreren Untersuchungen — sowohl In-vitro-Studien an kultivierten Haarfollikeln als auch in einer placebokontrollierten Vier-Monats-Studie an 35 Probanden — auf Kopfhaut-Parameter untersucht.
Was in den Studien untersucht wurde: Die Untersuchungen zu Procapil® umfassen verschiedene Parameter — unter anderem die Anagen-Telogen-Ratio (Verhältnis aktiver zu ruhender Haarfollikel) und Adhäsionsproteine wie Kollagen IV und Laminin 5.
Wir nutzen diesen vorgefertigten Komplex aus zwei Gründen:
Erstens: Die drei Wirkstoffe liegen darin in einer stabilen, reproduzierbaren Konzentration vor — bei einer Eigenformulierung müssten wir diese Stabilität in unserer Größenordnung erst mit erheblichem Aufwand selbst sicherstellen.
Zweitens: Die analytische Qualität, die wir für ein wissenschaftlich begründetes Serum brauchen, wird von einem spezialisierten Wirkstoff-Hersteller wie Sederma besser geliefert als in einer Eigenproduktion in unserem Volumen. Das ist eine bewusste Entscheidung gegen die "wir mischen alles selbst"-Erzählung — und für die Qualität, die wir auf der Kopfhaut unserer Kundinnen haben wollen.
KOFFEIN
(INCI: Caffeine)
Ein gut erforschter Inhaltsstoff aus der Kaffeebohne, der in der Kosmetik seit Langem eingesetzt wird. Im Kontext der Kopfhaut wird Koffein in der Forschung im Zusammenhang mit Durchblutungsprozessen und der Haarfollikel-Umgebung untersucht.
PANTHENOL
(INCI: Panthenol, auch Provitamin B5)
Eine Vorstufe von Vitamin B5, die in der Haut zu Pantothensäure umgewandelt wird. Panthenol gehört zu den am längsten und am besten dokumentierten Inhaltsstoffen der modernen Kosmetik und wird in der Hautpflege seit Jahrzehnten für feuchtigkeitsbindende und hautberuhigende Eigenschaften eingesetzt.